Ansicht optimieren:
schmal - mittel - breit



Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 43 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 22.09.2012, 19:38 
Benutzeravatar
Gaidin der VA

Registriert: 02. 01. 2012
Beiträge: 3010
Bei Band: E14
Da bin ich eine Woche nicht da und schon läuft hier eine richtige Diskussion :lob

*ist ganz stolz auf ihre Schüler*

Bevor ich jetzt mit dem Unterricht weitermache - und dort dann zu dem Punkt gehe, den Abigal gleich in seinem ersten Post angesprochen hat (der fehlenden Definition des Bösen) - möchte ich auf den Punkt eingehen, der hier am intensivsten diskutiert wurde: Das glückliche Leben bzw. der Neid auf andere, deren Leben scheinbar glücklicher ist als das eigene.

Hier kommen wir dann nämlich gleich zu einem Punkt, der auch für das Verständnis unseres Themas von Bedeutung ist - gemeint ist das Streben des Menschen nach etwas, das er "Glück" nennt.

Ohne jetzt in eine Diskussion zu verfallen, was genau "Glück" bedeutet (damit würden wir uns zu weit vom eigentlichen Thema entfernen, was ich zu Beginn der Klasse noch vermeiden möchte - zu einem späteren Zeitpunkt können wir diese Diskussion gerne einschieben - und keine Sorge, passen tut dieses Thema an vielen Stellen), würde ich gerne von euch wissen, was das Streben nach Glück für den Einzelnen und seine Umgebung bedeutet.

:| Manchmal tu ich so, als wäre ich normal. :|
:crazy Aber dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst. :crazy
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 22.09.2012, 22:48 
Benutzeravatar
Sitzende der Grauen

Registriert: 22. 03. 2010
Beiträge: 2098
Wohnort: Thuringia
Bei Band: E14
Finde ich eine schwierige Frage... Eben WEIL persönliches Glück von jedem einzelnen wohl anders verstanden wird.

Der eine ist glücklich, wenn er mit sich selbst und seiner Umwelt im Reinen ist, wenn er anderen vielleicht sogar durch sein Handeln Gutes tun kann. Dann wäre sein Handeln (und damit Streben nach Glück) altruistisch und rücksichtsvoll auf das Wohlergehen anderer ausgelegt.

Ein anderer sieht sein Glück in der Vermehrung seines eigenen Vorteils, sei es Macht, Einfluss, Geld... Das wäre dann das andere Extrem, zu dessen Erlangen er das Leid anderer billigend, womöglich sogar vorsätzlich in Kauf nimmt.

Dazwischen gibt es unzählige Abstufungen, inwieweit das Streben hin zum eigenen Vorteil und körperlichen sowie geistigen /seelischen Wohlsein (das wäre an dieser Stelle mal meine Kurzdefinition von Glück) andere im Positiven oder Negativen beeinflussen kann (direkt oder indirekt).

„Wahrheit ist ein dreischneidiges Schwert. Deine Wahrheit, deren Wahrheit und ... die Wahrheit!“ Kosh

Erste Schreiberin der Grauen Ajah
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 23.09.2012, 12:53 
Benutzeravatar
Gaidin der VA

Registriert: 02. 01. 2012
Beiträge: 3010
Bei Band: E14
Ich bin beeindruckt, Indira.

Du hast zwei sehr wichtige Punkte genannt, auf die wir später noch viel genauer eingehen werden:

Nämlich die Extrempositionen "Ich möchte das Beste für mich." und "Ich möchte das Beste für andere."

Ich bitte alle Teilnehmer der Klasse, diese Positionen stets im Hinterkopf zu behalten.

Und nun ist es denke ich an der Zeit, mit den theoretischen Vorüberlegungen aufzuhören und zum Hauptthema der Klasse zu kommen.

Wie Abigal schon angedeutet hat, ist "das Böse" eine Frage der Definition, wobei sich sogar die Frage stellt, die Choirn so schön formuliert hat, nämlich ob es so etwas wie gut und böse überhaupt gibt.

Bevor wir hier unsere eigenen Meinungen austauschen und diskutieren, möchte ich jetzt aber zuerst auf das Bild des Bösen eingehen, das uns durch die Medien präsentiert wird.

Dazu such sich bitte jeder Teilnehmer der Klasse einen Charakter aus Film oder Buch aus, den er hier vorstellt.
Darunter meine ich, dass ihr einerseits erklärt, warum der gewählte Charakter in euren Augen "böse" ist (also welche Handlungen ihn zum Bösewicht werden lassen), dass ihr andererseits aber auch darstellt, was genau euer Charakter für eine Motivation hat (also warum er handelt, wie er handelt).

Postet bitte also als erstes euren ausgewählten Charakter (Genre völlig egal), damit es nach Möglichkeit keine Überschneidungen gibt.

Da es sich hierbei um eine sehr komplexe Aufgabe handelt und wir alle ja auch noch ein Leben neben DSC haben, gibt es für diese Aufgabe keine zeitliche Begrenzung - der Unterricht geht dann weiter, wenn alle was zu ihrem Charakter gepostet haben.

Um dennoch keine Langeweile aufkommen zu lassen, ist jetzt noch Raum für die anderen, die noch etwas zum Streben nach Glück zu sagen haben, oder auch für Diskussionen zum bisherigen.

Mich zum Beispiel würde interessieren, wie du darauf kommst, Abigal, dass die Aborigines die Angst um den Wert der eigenen Existenz nicht in dem Maße kannten, wie wir sie kennen.

:| Manchmal tu ich so, als wäre ich normal. :|
:crazy Aber dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst. :crazy
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 24.09.2012, 21:23 
Benutzeravatar
Sitzende der Grauen

Registriert: 22. 03. 2010
Beiträge: 2098
Wohnort: Thuringia
Bei Band: E14
Gibt natürlich auch die Gestalten in Buch und Film, die keine weitere Motivation brauchen - weil sie selbst das personifizierte Böse sind. Pennywise, der Clown aus ES (der bei S. King regelhft, mit verschiedenen Namen und Erscheinungsformen auftritt); Darth Vader (in der Originaltrilogie - BEVOR die Prequels so einen jammernden Ani draus gemacht haben...); Pinhead aus Hellraiser (mein Lieblingshorrorfilm ;) ) ... - und nicht zuletzt natürlich der Dunkle König in RdZ... ;)

„Wahrheit ist ein dreischneidiges Schwert. Deine Wahrheit, deren Wahrheit und ... die Wahrheit!“ Kosh

Erste Schreiberin der Grauen Ajah
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 24.09.2012, 22:26 
Benutzeravatar
Gaidin der VA

Registriert: 02. 01. 2012
Beiträge: 3010
Bei Band: E14
Solche dürft ihr natürlich auch nehmen :nod

Allerdings denke ich schon, dass es auch bei diesen Figuren eine Motivation gibt (ich bin mal gespannt, ob ihr sie findet)

:| Manchmal tu ich so, als wäre ich normal. :|
:crazy Aber dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst. :crazy
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 25.09.2012, 01:09 
Benutzeravatar
Sitzende der Grauen

Registriert: 22. 03. 2010
Beiträge: 2098
Wohnort: Thuringia
Bei Band: E14
Na ja, kommt drauf an... :)

Satan als Projektionsfläche menschlicher Urängste (vor Schmerz, Züchtigung, Krankheit, Leid, Tod...) hat an sich keine Motivation. Braucht er auch nicht. Da funktioniert er als reine Versinnbildlichung "des Bösen" an sich.

Allerdings kann man ihn in Geschichten ja auch als handelnde "Person" sehen, Luzifer, der einst Gottes Liebling war und dann aus Hochmut fiel und fortan aus Eifer- und Rachsucht versucht, die Schöpfung ins Chaos zu stürzen. Dann ist er nicht unbedingt "das Böse", sondern tut (aus einer Motivation heraus) Böses.

Das wären in meinen Augen unterschiedliche Ansätze.
Ich hoffe, man versteht, wie ich das meine?!
Anderes Beispiel vielleicht :) :

ES hat im Roman schon eine Hintergrundgeschichte. Irgendsoein überdimensionales Wesen, das sich an der Angst von Kindern nährt und sie umbringt. Das in der Kanalisation Neu Englands wohnt und einen Hang zu bunten Luftballons hat. ;) Das Leute telepathisch manipuliert und alle paar Jahrzehnte aktiv (= hungrig) wird. Das Eier legt und gegen das man konkret kämpfen kann.
Schon klar.

Trotzdem ist ES in meinem Verständnis vor allem das absolut Böse als Personifikation. Das macht den Reiz der Figur aus. Das mit der Überdimensionalität und den Eiern ist egal - aber ES konfrontiert die Hauptfiguren (und den Leser) mit den Urängsten (und der Frage, wie man die besiegen kann), und das ist es, was die Geschichte ausmacht. Die genaue Motivation (erzeugt Angst als Nahrung) ist da eher nachgeordnet und unwichtig, denke ich. :)

„Wahrheit ist ein dreischneidiges Schwert. Deine Wahrheit, deren Wahrheit und ... die Wahrheit!“ Kosh

Erste Schreiberin der Grauen Ajah
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 26.09.2012, 21:26 
Benutzeravatar
Aes Sedai der Grünen

Registriert: 12. 05. 2006
Beiträge: 7109
Wohnort: Hamburg
Bei Band: E14
Ich frag mich immer noch, warum der scharlachrote König die Balken und den Turm zerstören will :marbles Wo wir gerade bei Stephen King sind. :look Dadurch endet die Welt und dann? Pustekuchen :dunno
Aber genauso wenig verstanden hab ich, was der Dunkle König mit einer toten Welt will. Und jetzt sagt mir nicht, die beiden wären einfach verrückt.



In vielen Fantasy-Büchern macht man es sich denkbar einfach und stellt genauso einen Bösen hin, der aus unerfindlichen Gründen, die Welt zu Asche und Staub verwandeln möchte. Das sind die langweiligen, wie ich finde.
Andererseits gibt es Figuren, die als "böse" definiert werden, weil sie entweder für den falschen arbeiten (Evil is only what we call those who oppose us.) oder von ihrer Natur her kalt und skrupellos sind.
Ein schönes Beispiel sind Sinthoras und Caphalor, zwei Albae von Markus Heitz.
In "Die Zwerge" leben Menschen, Zwerge und ein Rest Elfen in dem geborgenen Land und unter anderem gibt es da die bösen Albae (Dunkelelfen), welche die Elfen ausrotten wollen, furchtbar grausam sind und alle mit einem Lachen niedermetzeln, die ihnen in den Weg kommen.
Warum sind sie "böse"?
Erstens stehen sie eindeutig auf der anderen Seite (Those who oppose us) und sie haben absolut kein Mitleid oder Erbarmen mit "unserer Seite", sprich Menschen und Zwergen. Sie sind eine Bedrohung, die "uns" ans Leben will, sie sind unmenschlich (!) grausam, brutal, halten ein Menschenleben für weniger wert als das Leben eines guten Pferdes und haben Spaß am Tod.
Die Motivation für diesen Feld-/Vergeltungszug nehmen sie zum einen daraus, dass sie als Feldherren das Reich der Albae vergrößern wollen (Macht), zum anderen um die Elfen auszulöschen (alte Fehden) und zum dritten, weil sie aus ihrem alten Land vertrieben und dort vernichtet wurden. Das ist in diesem Buch aber nicht bekannt, wenn ich mich recht erinnere. Ihr "unmenschliches" Vorgehen resultiert daraus, dass sie Albae sind und keine Menschen.

Es gibt da aber noch ein anderes Buch ("Die Albae"), das Sinthoras' und Caphalors Abenteuer vor den Zwergen erzählt - rein aus der Sicht der beiden Albae und nicht als Fremde in einem Land mit anderen Völkern, sondern in ihrer eigenen Kultur. Ein Menschenleben dort zählt immer noch nicht so viel wie ein gutes Pferd, die Albae haben Spaß am Tod, weil sie eine ausgeprägt Toten-Kunst ausführen (malen mit verschiedenfarbigem Blut, Knochenschnitzereien, etc.) und so weiter.
Aus menschlicher Sicht "böse", aus Sicht der Albae, die ewig leben und evolutionär den Menschen absolut überlegen sind, völlig normal. Sind Sinthoras und Caphalor jetzt immer noch "böse"?

Es gibt sicher Leser, die bei diesem Buch (zugegeben, man kann es als makaber betrachten) zu sehr auf der Seite der Menschen stehen und die Albae immer noch furchtbar finden (und das Buch weglegen), aber es ist immerhin nur ein Fantasy-Buch und es ermöglicht dem Leser einen äußerst interessanten Perspektivenwechsel. Ich finde Sinthoras und Caphalor nicht böse - auch wenn Sinthoras eindeutig mitunter etwas kalte und grausame Züge hat.

Bild
~ Nächstschwester von Arki | gebunden an Tak | Mentorin von Algond und Indira ~
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 29.09.2012, 15:16 
Benutzeravatar
Meister der Rekruten
Gaidin der VC

Registriert: 19. 07. 2006
Beiträge: 7223
Wohnort: Lüneburg
Bei Band: E14
Das mit dem "Those who oppose us" hat David Eddings in der Malloreon-Saga aufgegriffen, als er den alten Zauberer irgendwann sagen lässt, er spreche nicht mehr von "gut" und "böse", sondern nur noch von "uns" und "ihnen", weil jeder hält doch in der Regel das, was er selbst tut, für richtig.

Außerdem könnte man noch auf das Gesinnungssystem von D&D und daraus entwickelten Rollenspielen eingehen. Vielleicht beim einen oder anderen auch aus Baldurs Gate und ähnlichen Spielen bekannt. Da gibt es Gut - Neutral - Böse und Chaotisch - Neutral - Rechtschaffen und die Gesinnung ergibt sich dann aus einer Kombination dieser beiden "Achsen".

Ich kann das mal zitieren aus dem Regelwerk (leider nur englisch):
Zitat:
Good characters and creatures protect innocent life. Evil characters and creatures debase or destroy innocent life, whether for fun or profit.
Good implies altruism, respect for life, and a concern for the dignity of sentient beings. Good haracters make personal sacrifices to help others.
Evil implies hurting, oppressing, and killing others. Some evil creatures simply have no compassion for others and kill without qualms if doing so is convenient. Others actively pursue evil, killing for sport or out of duty to some evil deity or master.
People who are neutral with respect to good and evil have compunctions against killing the innocent, but may lack the commitment to make sacrifices to protect or help others.


Beim Dunklen König denke ich nicht, dass er eine tote Welt möchte. Er will Macht und als solche braucht er natürlich auch "Untertanen". Die Leiden, mit denen er die Welt überzieht dienen ja dazu, Chaos und Misstrauen zu säen, so dass die Verlorenen die Macht übernehmen können. Und wenn er die Letzte Schlacht gewinnt und das Rad brechen kann, dann wird auch nie wieder ein Drache kommen und seine Herrschaft herausfordern.
Ob durch das Brechen des Rades die Menschen sterben oder verschwinden, oder das Muster zerstört wird und damit alles endet, sind dann natürlich philosophische Fragen, aber da wird er wohl seine eigenen Antworten und Vorstellungen zu haben.

Um nochmal auf die Bücher von Eddings zurückzukommen, dort war das Böse begründet im Neid und den Rachegelüsten eines Gottes. Es gab eine Bruderschaft der Götter mit teilweise allzu menschlichen Eigenschaften.
Neid und Rache sind ja keine künstlichen Dinge. Menschen empfinden diese Gefühle und wir betrachten es als Errungenschaft unserer Zivilisation, dass wir sie im Großen und Ganzen unter Kontrolle haben.

Und "verrückt" ist ja eigentlich schon ein selbsterklärendes Wort. Die Moralvorstellungen weichen halt ab, man hat einen anderen Blickwinkel, den andere Menschen nicht nachvollziehen können und auf dieser Basis trifft man dann eben auch andere Entscheidungen. Vielleicht haben diese Leute gar nicht das Bewusstsein, dass das, was sie tun falsch ist.

Um mal auf die ursprüngliche Frage einzugehen, bin ich da eigentlich voll bei Indira. In Geschichten sucht man einen Spannungsbogen, eine Handlung oder einen Konflikt. Erst über dieses Vehikel wird eine interessante Geschichte aufgebaut.
Und in den meisten Fällen gibt es ja ein Happy End, es ist also die Geschichte, wie der Mensch "das Böse" überwindet und das fasziniert uns, weil wir es aus dem wahren Leben (im Gegensatz zum Leben aus Geschichten oder Träumen) kennen.

Dass man in der Gesellschaft etwas leisten muss liegt einfach darin, dass es eine Gesellschaft ist. Gesellschaft bedeutet, dass man für andere Verantwortung übernimmt, aber im Gegensatz auch die anderen sich für einen selber verantwortlich fühlen.
Die Basis ist, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Man beschafft sein eigenes Essen, sorgt für den eigenen Schutz gegen die Elemente und sichert sein Überleben.
Der Übergang in die Gesellschaft ist dann der Punkt, wo man sich zusammentut und Aufgaben verteilt. Dann baut einer die Häuser fürs ganze Dorf, ein anderer sorgt für Essen, ein Dritter stellt Werkzeuge her und ein vierter erzieht die Kinder. Und schon hast du eine Gruppe, in der alle auf die anderen angewiesen sind. Wenn da dann einer bei ist, der sich von der Gruppe durchfüttern lässt, aber der Gruppe nichts bringt ist nur eine Last. Und unnötige Belastungen sind eine Gefahr für die Gruppe. Das finde ich nichts verwerfliches.
Das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass der Mensch zur Aufwandsminimierung tendiert. Wir versuchen alles so einfach wie möglich zu machen und es ist natürlich das einfachste, nichts zu tun und sich von der Gesellschaft durchfüttern zu lassen. Und wenn das zu viele tun, wird die Gesellschaft kaputt gehen. So einfach ist es. Übrigens auch der Grund, warum Kommunismus nicht funktioniert. Es gibt immer einzelne, die nach Macht streben oder sich durchfüttern lassen. Das zerlegt die Gleichung und gesellschaftliches Gleichgewicht ist schwierig.

Funktionierenden Kommunismus gibt es übrigens in einem sehr bekannten Science-Fiction Universum: Star Trek. Die Abschaffung von Geld bedeutet, dass jeder bekommt, was er braucht, ohne einen Gegenwert zu bringen. Das wird ziemlich direkt im 8. Film (First Contact) thematisiert.
Eigentlich witzig, dass die Reihe in den USA so erfolgreich war, obwohl da schon eine allgemeine Krankenversicherung als Sozialismus abgelehnt wird :D

Bild
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 29.09.2012, 16:03 
Benutzeravatar
Novize

Registriert: 08. 10. 2011
Beiträge: 424
Wohnort: Arafel
Bei Band: D36
Zu dem dunklen König machte ich mir folgende Gedanken:
(übrigens auch Gedanken meiner umstrittenen Figur im RPG)

Ist er böse?
Ob er gut oder böse ist lässt sich nicht sagen, da wir es an unseren Moralvorstellungen messen müssten. Unsere Moralvorstellungen jedoch sind absolut menschlich, der dunkle König ist KEIN Mensch.

In den Büchern wird eindeutig beschrieben das der dunkle König nicht einfach nur Zerstörung begehrt sondern das neuerschaffen der Welt nach seinen Vorstellungen.
Das wirft nun die Frage auf: "Wie sieht die Welt nach den Vorstellungen des dunklen Königs aus?" Das kann niemand sagen oder auch nur darüber mutmaßen da sie nicht existiert. Wäre sie grauenvoll? Auch das kann niemand sagen.

Wichtig finde ich jedoch das er eine eigene Welt erschaffen will, er strebt also eine radikale Veränderung an. Das empfinde ich nicht als böse.
Warum aber diese Methoden? Um die Welt neu zu erschaffen, muss die alte logischerweise eingerissen werden. Würde man sich die Welt und ihre Bewohner als ein Haus aus Ziegeln vorstellen, so würde jedem Ziegel die Abrissbirne als eine grauenvolle Gewalt vorkommen.

Der Dunkle König sähte nicht die Gewalt, den Jähzorn und den Sadismus in die Herzen der Menschen, er verwendet ihn nur. Der dunkle König ist eingesperrt, er ist also vieler seiner direkten Mittel beraubt. Da sehe ich es als logisch die Werkzeuge zu benutzen die einem zur Verfügung stehen.

Verdächtig ist auch die Kampagne gegen den dunklen König. Niemand darf ihm folgen ohne "verdammt" zu sein oder Gefahr zu laufen hingerichtet zu werden.
Das führt natürlich dazu das nur die radikalsten zu ihm überlaufen.
Weiterhin wird der Dunkle König stets mit Namen betitelt wie :"Vater der Lügen, Blattverderber" etc. Das hat ein paar Züge von Diskreditierung mit der man einen "politischen Gegner" ausschalten würde.

Ich stehe nicht pro zum dunklen König da ich diese Welt erhalten möchte, sie liebe und als unheimlich schön empfinde. Dennoch sollte man niemals aufhören zu hinterfragen und kritik auch auf "Feststehende Normen und Schematas" anwenden.

Finde deine Mitte, halte sie und sei Immun!
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 13.10.2012, 21:52 
Benutzeravatar
Gaidin der VA

Registriert: 02. 01. 2012
Beiträge: 3010
Bei Band: E14
So, ich denke, es ist genügend Zeit verstrichen und es sind auch genügend Beiträge gebracht worden, um den Unterricht weiterzuführen.

Zuerst möchte ich auf Indiras Kommentar eingehen, dass es für den Verlauf der Handlung einiger Geschichten nicht von Bedeutung ist, was den "bösen" Gegenspieler antreibt.
Damit hast du zweifellos Recht.
Bestes und bekanntestes Beispiel dürfte wohl der Herr der Ringe sein.
Weder im Film noch im Buch kommt heraus, warum Sauron Mittelerde unbedingt in eine zweite Dunkelheit führen möchte. Er will es einfach, dazu benötigt er den Ring, also darf er ihn nicht bekommen. So einfach ist das!
Aber interessant ist, dass wenn man genau forscht, bei jeder Figur eine Motivation suchen kann. Auch wenn der Autor wie in der von Choirn angesprochenen Turm-Reihe selbst keine Angaben zur Motivation macht, kann man als Fan darüber spekulieren, man setzt also voraus, dass es eine solche Motivation gibt.

Ich möchte mit euch jetzt die Motivation einiger "Böserwichter" genauer untersuchen.
Zum Ersten natürlich den DK, über den ja schon vielfach gesprochen wurde.

Meiner Ansicht nach ist dessen Motivation noch am leichtesten zu verstehen: Er möchte frei sein. Und daran kann man doch eigentlich gar nichts Böses finden, oder?

:| Manchmal tu ich so, als wäre ich normal. :|
:crazy Aber dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst. :crazy
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 15.10.2012, 14:52 
Benutzeravatar
Aes Sedai der Grünen

Registriert: 12. 05. 2006
Beiträge: 7109
Wohnort: Hamburg
Bei Band: E14
Moment. Keiner hat was dagegen, dass er frei ist, solange er Mensch und Tier in Ruhe lässt oder?
Was uns Lichties aufn Sack geht ist, dass er dauernd seine Trollocs zum Menschen-umbringen vorbeischickt und alle in Elend und Untergang schicken will.
Das einzige was Sauron von Aragorn unterscheidet ist doch auch nur die Art der Herrschaft als Herrscher und nicht das Herrscher-sein selbst oder?!

Bild
~ Nächstschwester von Arki | gebunden an Tak | Mentorin von Algond und Indira ~
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.10.2012, 18:26 
Benutzeravatar
Novize

Registriert: 08. 10. 2011
Beiträge: 424
Wohnort: Arafel
Bei Band: D36
Wie schön das mein Post nicht gelesen wird.

In den Büchern ist eindeutig beschrieben das er die Welt neu erschaffen bzw umgestalten möchte, er ist also auf eine grundliegende Veränderung aus.

Ist schon fast vergleichbar mit Klima und Landschaftsveränderungen die dafür sorgten das eben 80% aller Arten ausstarben und neue Arten auftauchten.

Mehrmals ist wortwörtlich in den Büchern beschrieben das er eine Welt nach seinen Vorstellungen schaffen will. Keiner weiß wie diese aussieht also wen wundert es das seine Trollocs Menschen umbringen sollen? Sollen Menschen in seiner Welt einen Platz haben? Das weiß keiner, auch nicht die Schattenfreunde, die denken es nur.

Finde deine Mitte, halte sie und sei Immun!
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.10.2012, 20:02 
Benutzeravatar
Meister der Rekruten
Gaidin der VC

Registriert: 19. 07. 2006
Beiträge: 7223
Wohnort: Lüneburg
Bei Band: E14
Aber es ist doch ganz schön egoistisch, die Welt zu vernichten und alle Menschen zu ermorden, nur um seinen Wunsch nach einer anderen Welt umzusetzen, findest du nicht?
Wenn nachher alles besser wäre, dann bräuchte er das ja nur zu sagen...

Ich persönlich kann mich gerade spontan nicht daran erinnern, dass die Motivation des Dunklen Königs so präzise dargelegt wurde, hast du da ein paar Quellen zur Hand? So gut kenn ich die Bücher dann auch nicht aus dem Kopf :D
Das Problem ist doch, dass von den Figuren in den Büchern kein einziger genau weiß, was er will. Die einen sind einfach überzeugt, dass er böse ist, weil seine Anhänger böses tun (ob in seinem Auftrag oder nicht sei mal dahingestellt) und den anderen ist es egal ob er böse ist, so lange sie persönlichen Vorteil daraus ziehen können, dass sie für ihn arbeiten. Was nun auch nicht gerade eine der positivsten Tugenden der Menschheit ist...

Bild
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.10.2012, 20:47 
Benutzeravatar
Herrin der Novizen
Aes Sedai der Braunen

Registriert: 13. 11. 2006
Beiträge: 13227
Wohnort: Celle
Bei Band: E13
Zitat:
Seine Gefolgsleute sind überzeugt davon, dass er aus seinem Gefängnis ausbrechen und gänzlich auf diese Welt kommen wird, und er hat seine Absicht verkündet, die ganze Schöpfung seinem eigenen Entwurf entsprechend neu zu erschaffen, wenn er nach Tarmon Gai'don, der Letzten Schlacht, entkommt. Es besteht wenig Zweifel, dass er die Macht besitzt, dies zu tun, da er ein Wesen mit gottähnlichen Fähigkeiten und vielleicht auf gleicher Ebee mit demn Schöpfer anzuseideln ist. Viele Gelehrte glauben, er sei die vollkommene Anithese des Schöpfers. Er besitzt jedoch nicht die Fähigkeit, ohne Hilfe von seiten unserer Welt aus seinem Gefängnis auzubrechen. Gefolgsleute waren und sind für jede mögliche Flucht unverzichtbar, und..[...] Er versprach denjenigen, die ihm den Weg bereiteten, die Welt in seinem Namen regieren zu dürfen. Jene, die ihm treu dienten, würden mit Unsterblichkeit belohnt.


Sachbuch Seite 49

:braun

Natürlich kann niemand wirklich wissen, was so ein Versprechen wert ist.
Es liegt somit auch die Schlussfolgerung nahe, dass das Rad gebrochen oder angehalten wird, das Muster zerstört wird.
Ob das nun tatsächlich auch den Tod aller Menschen zur Folge hätte, die nicht unter dem Schutz des DKs stehen, kann nur vermutet werden.

Ich bin noch hier.^^
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.10.2012, 22:22 
Benutzeravatar
Gaidin der VA

Registriert: 02. 01. 2012
Beiträge: 3010
Bei Band: E14
Was bedeutet es eigentlich, wenn davon gesprochen wird, er bricht gänzlich aus und erschafft die Welt neu?

Ich habe es immer so verstanden, dass MIT dem Ausbrechen des DK das Muster zerstört wird (da das Muster ja sozusagen sein Gefängnis ist) und der DK dann seine eigene Schöpfung creieren wird (mit der er dann den Schöpfer gefangen setzt).
Die Zerstörung wäre also ein notwendiges Mittel, um sich zu befreien.
Da wäre die Frage, ob der DK wirklich böse wäre, ziemlich schwierig zu beantworten, denn man kann ihm ja schlecht vorwerfen, dass er frei sein möchte.

Wenn aber das Muster nach seinem Ausbrechen noch immer Bestand hätte (nur halt mit einem neuen Mitbewohner) und die Erneuerung der Schöpfung ein zusätzliches Ziel des DK wäre (so wie Abigal und Choirn es darstellen), dann stellen sich zwei Fragen:
Erstens, ist die Neugestaltung der Welt an sich böse? Hier hat Abigal bereits seine Meinung gepostet. Andere Meinungen?
Zweitens, ist die Wahl seiner Mittel böse? Hier haben zumindest Choirn und Takara schon ziemlich eindeutig Position bezogen.

:| Manchmal tu ich so, als wäre ich normal. :|
:crazy Aber dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst. :crazy
Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 43 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Zeitzone: Europa/Berlin [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht baalsfeuern.

Suche nach:


Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group - Deutsche Übersetzung durch phpBB.de